projektbeschreibung
Das Projekt wurde am 16.März 1992 entworfen und an TRANSIT eingesendet.
Die Realisierung fand am 21.September am vorgesehenen Ort statt.
Das dort entstandene Aufzeichnungsmaterial wurde vom Autor geschnitten und gelangte im Rahmen der Sendung “Kunstradio” Ö1 am 5.November 1992, 22:15, als Radiostück (Dauer: 6 Minuten) zur Aufführung.
(Redaktion und Einführung: Heidi Grundmann, Mitarbeit: Lucas Gehrmann).

wide view
ansicht gegen norden

Der Ort der Projektrealisation und -aufzeichnung ist ein abgelegener Bergsee in den Tiroler Bergen (Schönanger am Salfains bei Grinzens) in genau 2000 Metern Höhe. Ein auf vier Stangen ruhendes weißes Zeltdach wird (von Bernhard Kathan und einem Assistenten) vor Sonnenaufgang in der Mitte des seichten Gewässers aufgestellt.

Zu jeder der vier Tageszeiten (genau um 7:00, 11:00, 15:00 und 19:00 Uhr) spricht Bernhard Kathan von ein und demselben Betrachtungsstandpunkt aus eine jeweils aktuelle Beschreibung der sich dort bietenden Situation auf Band, wobei sowohl gleichbleibende als auch sich ändernde Situationen festgehalten werden (Originaltext unter Dokumentation).

Zu denselben Zeitpunkten werden in die Stille des Raumes jeweils verschiedene Geräuschkonserven ausgestrahlt, die aus anderen öffentlichen (bzw. bedingt öffentlichen) Räumen stammen. Der Reihe nach sind dies: der Lärm einer Maschinenfabrik, einer Großkantine, einer Bahnhofshalle und einer Schweineschlächterei.

Im Projektentwurf schreibt Bernhard Kathan:

“Während das (Nicht-)Ereignis konstant bleibt und auch in gleichbleibender Weise beschrieben werden soll, sollen jedoch kleinste Veränderungen wie beispielsweise ein zufällig vorbeikommender Wanderer oder ein plötzlich auftauchendes Gewitter in die Beschreibung einfließen. Als Produkt bleibt schlußendlich ein Band, auf welchem jeweils eine fast identische Beschreibung mit einem völlig anderen Geräuschhintergrund zusammengeschnitten ist.”


aus TRANSIT#1
Materialien zu einer Kunst im elektronischen Raum

  • o.t. (index)

  • dokumentation

  • lucas gehrmann: kommentar

  • biografie bernhard kathan

  • bildmaterial


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