heiko idensen/matthias krohn:
pool prozessing
...(bezugnehmend auf Bernhard Viefs Äußerungen ..)

Heiko Idensen: Ich möchte das, was wir zur Universalität des elektronischen Geldes gehört haben, ausweiten und andererseits auch spezialisieren und auf die Zirkulation elektronischer Dokumente eingehen: Was hier im digital vernetzen Raum - im NETZWERK der TEXTE - zirkuliert, sind keine Texte im klassischen Sinn mehr - also keine Texte mit fixierter Autorenschaft. Es sind keine Bilder - im Sinne von Tafelbild oder Abbildung -, keine Filme und keine Musik im herkömmlichen Sinn. Vielleicht ist es verfrüht, von synästhetischen Gebilden und Objekten zu sprechen ...

Es sind technische Bilder / Hypertexte / produktive Bilder (im Sinne generativer Produktionsanweisungen), TRANSIT-TEXTE (im Sinne des Übergangs, des Durchgangs, der Passage). Gleichwohl tauchen in den Prozessen elektronischen Publizierens viele Verfahrensweisen und Begrifflichkeiten moderner Texttheorie sowie textueller Praktiken moderner und postmoderner Autoren auf - ja scheinen sich im Netzwerk elektronisch zirkulierender Texte geradezu zu ‘materialisieren’ (Intertextualität, Text als Handlung, narrative Landkarten / Mappings, offene Texte, Text-Generatoren ...)

Matthias Krohn: Es folgen Teile aus einem Text, den wir gemeinsam produziert haben, den wir telematisch produziert haben in einem Hypertextsystem an zwei verschiedenen Orten, nämlich in Hannover und Köln. Das war auch ein Schreibspiel. Der Titel ist “Bild-Schirm-Denken” und er basiert darauf, daß wir eine Rhetorik des Hypertexts entwerfen anhand von Begriffen, die alle Verben sind, also Handlungen bezeichnen. Es sind insgesamt 90 Verben (für eine Buchveröffentlichung alphabetisch geordnet. In der Hypertextveröffentlichung wird man flanieren können).

Heiko Idensen: Wir haben versucht, aus unserem Essay ein Manual zum Nachschlagen zu machen, das fängt an mit Abschalten, Abschreiben.....und endet bei Umherschweifen... Zapping, Zitieren...Zuhören. Alles Begriffe also, die mit der Arbeit am Bildschirm usw. zu tun haben. Ein andere Sache ist, daß diese Informationen nicht vollständig sind, daß es Fragmente sind, und daß das in der Organisationsweise der Texte auch berücksichtigt werden muß, also das, was Eco als offene Kunstwerke oder als offene Textstrukturen bezeichnet hat. D.h. der Unterschied zwischen Schreiben und Lesen, zwischen Rezipieren und Senden/Empfangen verschwindet immer mehr. Eine Operation dessen, der diese Texte liest, wäre das “Füttern” (Vilem Flusser).

  • die auflösung der medien im elektronischen raum (index)

  • intro

  • teilnehmer

  • stefan banz: die auflösung der medien im elektronischen raum

  • bernhard vief: digitaler raum

  • heiko idensen/matthias krohn: bild-schirm-denken

  • matthias krohn: bemerkungen zur telematik

  • stichworte der schlußdiskussion


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