horst hörtner: network design chip-radio
Die Absprache mit den ausführenden Künstlern während der gesamten Entwurfsphase ist nicht nur dazu angetan, die dem Konzept entsprechende Hard- und Software zu finden, sondern soll die Networkuser (die Künstler/Innen) auf den rein praktischen Umgang mit dem Netz vorbereiten und ihnen ein neues Werkzeug nahe bringen, mit dem sie weitere Ideen und Konzepte entwickeln und verwirklichen können. Der Entwurf eines Netzes wird im ersten Stadium ausschließlich von den an das Netz gestellten Anforderungen gestaltet. Video-, Audio-, Datenübertragungen sind projektspezifisch auszuwählen. (Im Projekt “Chip-Radio” waren alle drei Übertragungsarten erforderlich.)
Der Prozeß der Planung wird getragen von der Auswahl der für das Projekt benötigten Übertragungsleitungen. Die Kriterien bei dieser Entscheidung sind: erforderliche Datenraten, Übertragungsqualitäten, Sendezeitpunkt (denn nicht zuletzt entscheidet der Zeitpunkt über Verfügbarkeit von Leitungen und Leitungsqualitäten), Sendemodi, personeller Aufwand und natürlich die Kostenfrage.
Für jeden Knoten des Netzes (für jede/n Künstler/In, Roboter) 
werden Interfaces festgelegt, d.h. jede Art von Netzzugang 
wird hier eindeutig determiniert. 
Nach Feststehen der Vernetzungsarten (Funk, Direktsatellit, Telefon, Kabel oder Lichtwellen) wird die Hardware zusammengestellt. Transmitter, Receiver und diverse Umsetzer werden v. a. nach der zu erwartenden Datenmenge und dem unterschiedlichen Softwareentwicklungsaufwand bestimmt. Die Kompatibilitäten zur vorhandenen, bzw. zu den von den Künstlern verwendeten Geräten müssen geklärt, etwaige Hardware eigens entwickelt werden (Hard- und Software des von Mia Zabelka verwendeten Bodyinterfaces).Für jeden Knoten des Netzes (für jede/n Künstler/In, Roboter) werden Interfaces festgelegt, d.h. jede Art von Netzzugang wird hier eindeutig determiniert. Unterschiedliche Übertragungsprotokolle (“die Grammatik”) für die Kommunikation der Rechner untereinander werden ausgewählt (dabei versucht man im allgemeinen mit Standardprotokollen wie Midi oder ähnlichen seriellen Protokollen auszukommen). Die komplexen Steuerungsaufgaben erfordern jedoch meist Erweiterungen (Für “Chip-Radio” sah man sich unter anderem gezwungen ein völlig neues Kommunikationsprotokoll zwischen dem Receiverteil und dem Schlagzeugroboter zu entwickeln.).
Der Großteil der Arbeit an diesem Netzwerk war bestimmt von der Softwareentwicklung und den Protokollabstimmungen der Computer und Roboter untereinander. Der Austausch riesiger Datenmengen bei gefordertem Echtzeitverhalten (Echtzeit: zwischen Steuerung und Ausführung eines Events innerhalb eines Systems besteht keine zeitlich nachvollziehbare Versetzung) war das Problem, das das Projekt dem Network-Designer stellte: Eine erfolgreiche Aufführung, sowie die Ausstrahlung der musikalischen Ereignisse via Radio, beides von bestechender Qualität, waren die Antwort, die die Künstler mittels dieser Installation geben konnten.


aus TRANSIT#1, Materialien zu einer Kunst im elektronischen Raum

  • chip-radio (index)

  • projektbeschreibung bei x-space (graz)

  • biographien der künstler

  • romana froeis: chip-radio



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